Verbandsprofil des DGV

Der DGV lädt ein

 

Das Ver­an­stal­tungs­for­mat „Der DGV lädt ein“ the­ma­ti­siert ak­tu­el­le ger­ma­nis­ti­sche Fra­ge­stel­lun­gen an Uni­ver­si­tä­ten, Hoch­schu­len und Schulen und lädt zur ge­mein­sa­men Dis­kus­si­on ein.

Die Ver­an­stal­tungs­rei­he „Der DGV lädt ein“ spricht eine Ein­la­dung aus an alle, die sich für deut­sche Sprache und deut­sche Li­te­ra­tur in­ter­es­sie­ren: Kommen Sie, lernen Sie ak­tu­el­le Fra­ge­stel­lun­gen der Ger­ma­nis­tik kennen und dis­ku­tie­ren Sie diese mit aus­ge­wähl­ten Expert*innen! Alle Ver­an­stal­tun­gen sind kos­ten­los und stehen DGV-Mitgliedern wie In­ter­es­sier­ten offen.

Das Ver­an­stal­tungs­for­mat bietet nicht nur ein zu­sätz­li­ches Angebot des DGV zum alle drei Jahre statt­fin­den­den Deutschen Ger­ma­nis­ten­tag, sondern er­mög­licht es In­ter­es­sier­ten, die Arbeit des DGV in einem klei­ne­ren Rahmen un­mit­tel­bar zu erleben und sich mög­li­cher­wei­se selbst aktiv in den Verband einzubringen.

„Der DGV lädt ein“ 2021/2022

Sprachwandel oder Sprachverfall?

Deutsch­un­ter­richt, Ger­ma­nis­tik und die Frage der Sprach­nor­men

Die Ver­an­stal­tungs­rei­he „Der DGV lädt ein“ wird je nach wei­te­rem Verlauf der Coronavirus-Pandemie im Herbst 2021 oder im Früh­jahr 2022 in Stutt­gart fort­ge­setzt. Als Vor­tra­gen­de sind Jun.-Prof. Dr. Judith Pur­kar­t­ho­fer (Uni­ver­si­tät Duisburg-Essen), Ass.-Prof. Dr. Jutta Rans­mayr (Uni­ver­si­tät Wien), Prof. Dr. Jörg Robert (Uni­ver­si­tät Tü­bin­gen) und Prof. Dr. Renata Szc­ze­pa­ni­ak (Uni­ver­si­tät Bamberg) eingeladen.

Das Thema der Ver­an­stal­tung lautet „Sprach­wan­del oder Sprach­ver­fall? Deutsch­un­ter­richt, Ger­ma­nis­tik und die Frage der Sprach­nor­men“. Aus­gangs­punkt ist die Wahr­neh­mung, dass sich die deut­sche Sprache derzeit mit er­höh­ter Ge­schwin­dig­keit ver­än­dert. Wenn man das Radio oder Fern­se­hen ein­schal­tet, eine Zeitung auf­schlägt oder im In­ter­net surft, stol­pert man recht schnell über Prä­po­si­tio­nen, die un­kon­ven­tio­nell ge­braucht werden, über Pro­no­men, denen es an einem Be­zugs­wort mangelt, oder über Kommata, die wie will­kür­lich über den Satz ge­streut er­schei­nen. Das gilt auch für Texte, die von Schüler*innen oder Stu­die­ren­den – auch solchen der Ger­ma­nis­tik – ver­fasst werden.

Wenn dieser Befund stimmt, steht man als sen­si­bler Sprach­be­nut­zer und als sen­si­ble Sprach­be­nut­ze­rin vor der Frage, wie man sich zu ihm verhält. Nimmt man die bei­spiel­haft ge­nann­ten und viele weitere Ver­än­de­run­gen einfach nur zur Kennt­nis, weil Sprach­wan­del ein ständig ab­lau­fen­der und also ganz nor­ma­ler Prozess ist, oder be­un­ru­higt einen deren Häufung nicht doch? Wenn man den Sprach­wan­del aber be­wer­tet und ihn so zum Sprach­ver­fall erklärt, stellen sich gleich weitere Fragen: Wer oder was ist für ihn ver­ant­wort­lich? Will man ihm aktiv ent­ge­gen­tre­ten? Ja, gibt es nicht sogar eine Ver­pflich­tung, das zu tun? Welche Gründe für oder gegen einen solchen sprach­pfle­ge­ri­schen Einsatz gibt es, und wie könnte dieser ge­ge­be­nen­falls konkret aussehen?

Die ge­nann­ten Fragen sind durch­aus brisant, und zwar in mehr­fa­cher Hin­sicht. Zum einen ist der Sprach­wan­del mitt­ler­wei­le Ge­gen­stand auf­ge­reg­ter politisch-kulturkämpferischer De­bat­ten. Zum anderen müssen sich Deutschlehrer*innen und Hochschulgermanist*innen fragen lassen, ob er nicht zu­min­dest in Teilen auch Folge eines in­sti­tu­tio­nel­len und viel­leicht auch in­di­vi­du­el­len Ver­sa­gens auf Seiten der Leh­ren­den ist. Für eine an­ge­mes­se­ne, sach­li­che und kon­struk­ti­ve Dis­kus­si­on des Themas Sprach­wan­del mit seinen durch­aus heiklen gesellschafts- und kul­tur­po­li­ti­schen Im­pli­ka­tio­nen möchte die Ver­an­stal­tung eine Grund­la­ge schaf­fen. Statt also jenen kul­tur­pes­si­mis­ti­schen Ton an­zu­schla­gen, der in der­ar­ti­gen De­bat­ten allzu leicht er­klingt, ohne dass er in ir­gend­ei­ner Weise pro­duk­tiv wäre, wird sie em­pi­ri­sche Fakten und his­to­ri­sche Hin­ter­grün­de be­reit­stel­len und es so allen an der deutschen Sprache In­ter­es­sier­ten er­mög­li­chen, die Frage „Sprach­wan­del oder Sprach­ver­fall?“ in fun­dier­ter Weise für sich selbst zu beantworten.

„Der DGV lädt ein“ 2018

Zur Zukunft des Lesens und Schreibens im digitalen Zeitalter

Her­aus­for­de­run­gen und Per­spek­ti­ven für Bildung und Wis­sen­schaft

Die Zukunft des Lesens und Schrei­bens be­schäf­tig­te das Format „Der DGV lädt ein“, das in dieser Form erst­mals am 2. Juni 2018 an der Uni­ver­si­tät Leipzig an­ge­bo­ten wurde.

Prof. Dr. Julia Knopf von der Uni­ver­si­tät des Saar­lan­des be­rich­te­te über die „Rolle der di­gi­ta­len Medien beim Lesen und Schrei­ben“. Im An­schluss re­flek­tier­te Prof. Dr. Manuel Braun von der Uni­ver­si­tät Stutt­gart unter dem Titel „Phi­lo­lo­gen mit Ma­schi­nen oder Ma­schi­nen als Phi­lo­lo­gen?“ über Mög­lich­kei­ten und Risiken einer Di­gi­ta­li­sie­rung der (ger­ma­nis­ti­schen) Wis­sen­schaft. In einer Po­di­ums­dis­kus­si­on wurde das Thema weiter ver­tieft. Ab­ge­schlos­sen wurde der Tag durch eine Per­for­mance des ‚Da­ten­poe­ten‘ Jörg Piringer.