Verbandsprofil des DGV

Gremienarbeit

 

Der Deutsche Germanistenverband ist in verschiedenen Gremien und Arbeitskreisen vertreten,
über deren Aktivitäten Sie sich hier informieren können.

Themen an den Schnittstellen der Lehramtsausbildung

Gemeinsamer bildungspolitischer Arbeitskreis Germanistik und Deutschunterricht

unter Zusammenarbeit des Deutschen Germanistenverbandes (DGV) und des Symposion Deutschdidaktik (SDD)

Der im Jahr 2008 gegründete Arbeitskreis, in dem derzeit sechs Mitglieder des Deutschen Germanistenverbandes (DGV) – jeweils drei aus den beiden Teilverbänden GfH im DGV und FV im DGV – und sechs Mitglieder des Symposion Deutschdidaktik (SDD) vertreten sind, diskutiert aktuelle fachliche, fachdidaktische und bildungspolitische Fragestellungen, die an der Schnittstelle von Lehramtsausbildung an Universitäten und Hochschulen, Referendariat und Schule liegen, und nimmt zu verschiedenen Themen Stellung.

In Kürze werden weiterführende Informationen ergänzt und die Stellungnahmen der letzten Jahre online zur Verfügung gestellt.

Grundlagen für die Vereinheitlichung grammatischer Begriffe

Gremium für schulgrammatische Terminologie

unter Mitarbeit von Prof. Dr. Tabea Becker (GfH im DGV) und Dr. Torsten Mergen (FV im DGV)

1982 hat die Kultusministerkonferenz erstmals ein „Verzeichnis grundlegender grammatischer Fachausdrücke“ vorgelegt, das über mehrere Jahrzehnte als Grundlage für die Behandlung grammatischer Phänomene im Deutschunterricht diente. Da sich seitdem die wissenschaftliche Diskussion und der Erkenntnisstand der grammatischen Forschung weiterentwickelt hat, nahm die Kultusministerkonferenz (KMK) am 7. November 2019 ein neues „Verzeichnis grundlegender grammatischer Fachausdrücke“ mit dem Titel „Laut, Buchstabe, Wort und Satz“ zustimmend zur Kenntnis: „Ziel dieses Verzeichnisses ist es, Anhaltspunkte zu geben für die Konzeption von Lehrplänen und Schulbüchern für das Fach Deutsch. Als solches bietet es eine Grundlage zur Vereinheitlichung der Termini sowie des mit einem Terminus verbundenen Begriffsverständnisses.“ (Quelle)

Möglich gemacht hat dies ein 2018 eingerichtetes Gremium für schulgrammatische Terminologie am Leibniz-Institut für Deutsche Sprache (IDS).

Dem gingen grundlegende Überlegungen des sogenannten „Gießener Kreises“ voraus: Im November 2009 hatte sich der „Gießener Kreis“ aus namhaften Grammatiker*innen und Sprachdidaktiker*innen gebildet mit dem Ziel, einen neuen Vorschlag zur schulgrammatischen Terminologie zu erarbeiten. Der besondere Reiz einer revidierten Terminologieliste bestand nach Ansicht der Arbeitsgruppe darin, dass die grammatische Terminologie als Schnittstelle zwischen den kompetenzorientierten Bildungsstandards und der Lehrbuch- und Unterrichtsgestaltung dienen könnte. Wesentliche Zielsetzung der Arbeit seit 2009 war eine Liste, die die wichtigsten grammatischen Termini vom Laut über Wort und Satz bis hin zum Text umfasst. Im Gegensatz zu früheren Zusammenstellungen grammatischer Termini wurden die einzelnen Termini durch Definitionen, Erläuterungen, Beispiele, Kommentare und Problemlösestrategien ergänzt. Diese Ausweitung und die ausführlichere Darstellungsform waren notwendig, weil die frühere Form nicht auf eine Referenzgrammatik des Gegenwartsdeutschen abbildbar ist.

Auf diesem Arbeitsstand aufbauend ist es nun die vorrangige Aufgabe des 2018 institutionalisierten Gremiums für schulgrammatische Terminologie, das Leibniz-Institut für Deutsche Sprache bei der Erstellung, Vermittlung und Evaluation des Verzeichnisses grundlegender grammatischer Fachausdrücke zu beraten und zu unterstützen. Dazu sind zahlreiche Verbände und Institutionen im Gremium vertreten, etwa das Symposion Deutschdidaktik, die Deutsche Gesellschaft für Sprachwissenschaft, die Gesellschaft für Angewandte Linguistik, der Verband Bildungsmedien, der Deutsche Lehrerverband, der Fachverband Deutsch im DGV (vertreten durch Dr. Torsten Mergen, Landesverband Saarland) und die Gesellschaft für Hochschulgermanistik im DGV (vertreten durch Prof. Dr. Tabea Becker, Leibniz Universität Hannover). Grundlage für das neue Verzeichnis ist es, den allgemein anerkannten Forschungsstand in Fachwissenschaft, Fachdidaktik sowie aktuelle Entwicklungen im Bereich des schulischen Sprachunterrichts zu berücksichtigen, um eine zeitgemäße Grammatikbetrachtung und -vermittlung in der Schule zu gewährleisten. Die ergänzenden Definitionen der Termini sollen helfen, einheitlichere und fachlich fundierte Zugänge sicherzustellen. Ein begleitender Rahmentext liefert zudem sowohl allgemeine Informationen zur Einordnung und Nutzung des Verzeichnisses als auch auf einzelne Termini bezogene Empfehlungen zur Aufbereitung und didaktischen Behandlung. Es wird spannend sein zu beobachten, wie sich die Akzeptanz der neuen Terminiliste bei Lehrkräften und Schulbuchverlagen sowie die weitere Implementierung im Rahmen des Deutschunterrichts entwickeln werden.

Ein Klick auf das Titelbild verlinkt Sie mit der Online-Ausgabe des Verzeichnisses grundlegender grammatischer Fachausdrücke.